215. Geburtstag Wilhelm Müllers
Ausgerichtet von der Internationalen Wilhelm-Müller-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Stadt Dessau-Roßlau findet vom 9. bis zum 11. Oktober 2009 das 5. Wilhelm-Müller-Symposium statt.
Das Symposium wird sich mit dem kulturellen, politischen, sozialen und gesellschaftlichen Umfeld Wilhelm Müllers in seiner Heimatstadt Dessau (dem Lebensmittelpunkt des Dichters von 1794 bis 1812 und von 1818 bis 1827) befassen und darin des Dichters beruflichen Wirkungs- und seinen privaten Lebenskreis ausleuchten. Müllers beruflicher und gesellschaftlicher Aufstieg vom Lehrer an der Gelehrtenschule zum Herzoglichen Hofbibliothekar (ab 1820), vom Handwerkersohn zum Hofrat (1824), die breite Palette seines literarischen Wirkens als Dichter und Autor "gelehrter Arbeiten" (als Rezensent, Literaturkritiker, Übersetzer und Biograph) wird im Spannungsfeld nachgelassener Selbstzeugnisse und zeugnisablegender Dokumente seiner Zeitgenossen im Kontext des geistigen Klimas der Residenzstadt erörtert.
Müllers "Netzwerke" zu Verlegern, Dichter- und Musikerfreunden, seine Aktivitäten in der "Dessauer Liedertafel" und als Regisseur am Herzoglichen Theater (1826), sein Verhältnis zur Landschaft, das Bekennen politischer Überzeugungen und der Umgang mit gesellschaftlichen Konventionen werden ebenso Gegenstand der Betrachtung sein wie Müllers privates Leben als Ehemann (von Adelheid
v. Basedow) und Vater (zweier Kinder).
Das Hauptreferat des Symposiums, das am Samstag, den 10. Oktober, ab 9.30 Uhr in der Wissenschaftlichen Bibliothek (Palais Dietrich, Zerbster Straße) ausgerichtet wird, "Lasst uns daher in Geduld unser Dessau tragen – Wilhelm Müller und die Dessauer Lebenswirklichkeiten im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts" hält Dr. Frank Kreißler, Leiter des Stadtarchivs Dessau-Roßlau. Weitere Referenten sind Prof. Dr. Günter Hartung (Halle) mit einem Beitrag zum Gedichtzyklus "Die Winterreise", Dr. Maria-Verena Leistner (Leipzig), die sich dem Bibliothekar und Theatermann Müller widmet, Erika von Borries (München) mit einem Vortrag zu Müllers "Bibliothek des 17. Jahrhunderts", Martine Kreißler (Dessau-Roßlau) mit einer Studie zu Müllers Frau Auguste und seiner Tochter Adelheid, Sebastian Nickel (Erfurt) erörtert Müllers Beziehung zur Dessauer Liedertafel und Folker Meltzner (Hamburg) präsentiert ein bislang unbekanntes Müller-Porträt. Es moderiert Jürgen König, Internationale Wilhelm-Müller-Gesellschaft, Berlin.
Weitere Informationen:
www.wilhelm-mueller-gesellschaft.de, um Anmeldung wird gebeten: info@wilhelm-mueller-gesellschaft.de.