
Eine abenteuerliche Odyssee und ein Kriminalstück von historischem Ausmaß fanden, fast 66 Jahre nach Kriegsende, ihren schon nicht mehr geglaubten, glücklichen Abschluss. Der verschollene erste Teil der insgesamt dreiteiligen Anhaltischen Prachtbibel konnte Mitte Februar der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Nach einem Hinweis an das Land Sachsen-Anhalt und intensiven Recherchen der um Unterstützung gebetenen Kulturstiftung der Länder konnte der einzigartige Band bereits 2010 ausfindig und nach Sachsen-Anhalt zurückgeholt
werden. Die Anhaltische Prachtbibel ist vor rund 470 Jahren im Auftrag von Fürst Georg III. in der Wittenberger Werkstatt des Druckers Hans Lufft angefertigt worden - ganz auf Pergament gedruckt und mit handschriftlichen Anmerkungen ("Autographen") u. a. der Reformatoren Luther und Melanchthon versehen. Zusammen mit den prächtigen, von Lucas Cranach stammenden Illustrationen sorgen sie dafür, dass die Bibel aus dem Anhaltland ein Kulturschatz allerersten Ranges ist. Schon einmal, 1996, war der ebenfalls 1945 entwendete zweite Band wieder aufgetaucht. Nunmehr sind alle drei Bände an ihrem Ursprungsort vereint und werden als Dauerleihgabe in den Bestand der Anhaltischen Landesbücherei Dessau eingehen. Ein Jahr vor dem Jubiläum "Anhalt|800" und eingebettet in die "Luther-Dekade" (2008 - 2017) ist die Rückkehr der Bibel ein echter Glücksfall für die anhaltische Region.