Das Museum für Stadtgeschichte Dessau eröffnet am Donnerstag, dem 22. Juli 2010, um 17.00 Uhr, unter dem Titel "Momente der Vergänglichkeit – Dessauer Stadtbilder aus der Zeit zwischen 1985 und 1989" eine Ausstellung mit ausgewählten Schwarz-Weiß-Fotografien von Sebastian Kaps.
Der bekannte Architektur- und Landschaftsfotograf, der in Dessau beheimatet ist, hat seit 1991 zahlreiche, in Zusammenarbeit mit Buchverlagen und Textautoren entstandene Bildbände, Reiseführer und andere Veröffentlichungen vorgelegt. Auch im Ausland ist Kaps inzwischen erfolgreich: 2009 errang er beim Internationalen Wettbewerb für Gartenfotografie in London mit seiner Fotoserie "Georgengarten" den ersten Preis.
Die jetzt ausgestellten Stadtbilder hat der Fotograf 1985-1989 auf Streifzügen durch Dessau mit einer Großbildkamera aufgenommen. In kritischer und zugleich bildkünstlerischer Auseinandersetzung mit der Architektur und dem gestalteten öffentlichen Raum hat er damals die baulichen Widersprüche und Gegensätze im Stadtbild dokumentiert und zugleich ästhetisiert: So ducken sich in der Angerstraße historische Dacherkerhäuser im Schatten von Neubauten; der Blick der "Anette" im durchgestalteten Stadtpark reicht bis hin zur Kriegsruine der Marienkirche; ein Plattenbau-Ensemble lässt Kaps durch Verdichtung des Bildausschnitts in beinahe grafischer Abstraktion erscheinen.
Die Schwarz-Weiß-Fotografien, die durch ihre fototechnische wie bildkünstlerische Qualität bestechen, besitzen heute zusätzlich den Wert als Zeitdokumente. Sie machen bewusst, wie sehr sich das Stadtbild Dessaus in den zwei Jahrzehnten seit der "Wende" bereits gewandelt hat. Eine Auswahl dieser Stadtbilder ist bis 29. August in der Ausstellung "Momente der Vergänglichkeit" zu sehen, die das Museum für Stadtgeschichte anlässlich der IBA Stadtumbau 2010 im Johannbau präsentiert. Finanziert wurde die Ausstellung durch Spenden vom Verein Kultur und Geschichte in Anhalt│Dessau e.V. und von Thyrolf & Uhle, Stahl- und Komponentenbau GmbH.