Die Influenzasaison 2009/2010 war geprägt durch ein neues Influenza A(H1N1)-Virus („Schweinegrippevirus“). Die Produktion des saisonalen Influen-zaimpfstoffes war zum Zeitpunkt des ersten Auftretens des neuen Virus bereits so weit fortgeschritten, dass dieses nicht mehr in den saisonalen Impfstoff integriert werden konnte. Jedoch bestand die Möglichkeit, rechtzeitig für die Saison 2009/2010 noch einen speziellen Impfstoff gegen das A (H1N1)v 2009-Virus zu produzieren und diesen neben der herkömmlichen saisonalen Influenzaimpfung bereitzustellen.
Die epidemiologische Lage hat sich seit dem ersten Auftreten des neuen Virus verändert. Zum einen besteht inzwischen als Folge durchgemachter Infektionen oder Impfungen eine Teilimmunität in der Bevölkerung. Zum anderen wurde erwartet, dass das sogenannte Schweinegrippevirus in der Saison 2010/2011 bzw. 2011/2012 erneut zirkulieren und möglicherweise auch dominieren wird, aber auch andere saisonal bedingte Influenzaviren auftreten werden. Deshalb wurde ab der Saison 2010/2011 sowohl von der Weltgesundheitsorganisation als auch von der Ständigen Impfkommission die Impfung mit einem trivalenten saisonalen Influen-zaimpfstoff empfohlen, der neben der Influenza A(H1N1)v 2009-Komponente auch eine A(H3N2)- und eine Influenza B-Viruskomponente enthält.
Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist die Influenza-impfung für alle Personen über 60 Jahre, für alle Schwangeren, für Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (wie z.B. chroni-sche Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Grundkrankheiten wie z.B. Multiple Sklerose, angeborene oder erworbene Immunschwächen oder HIV-Infektion) sowie für Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen empfohlen.
Außerdem sollten Personen mit erhöhter Gefährdung (z.B. medizinisches Personal) und Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können, geimpft werden. Ebenso geimpft werden sollten Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln (die Impfung schützt zwar nicht vor der Vogelgrippe, aber es werden damit problematische Doppelinfektionen vermieden).
Medizinisches Personal steht in direktem Kontakt mit Personen, die an Influenza erkrankt sind. Daher hat das medizinische Personal ein erhöhtes Risiko, selbst an einer Influenza zu erkranken. Das medizinische Personal stellt gleichzeitig eine mögliche Infektionsquelle für die von ihm betreuten Patienten dar. Die Impfung von medizinischem Personal ist daher besonders wichtig und dient nicht nur dem persönlichem Schutz sondern auch dem Schutz der von ihm betreuten Patienten.
Die saisonale Influenzaimpfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für gesunde Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter 60 Jahren nicht ausdrücklich empfohlen, da eine Erkrankung an Influenza in dieser Gruppe in der Regel nicht mit einem erhöhten Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs einhergeht. Im Einzelfall kann die Impfung einer Person, die dieser Gruppe angehört, nach Ermessen des behandelnden Arztes sinnvoll sein.
Nach den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) enthält der saisonale Influenzaimpfstoff auch für die kommende Saison 2011/2012 auch wieder die Komponente des A(H1N1)v 2009-Virus („Schweinegrippevirus“).
Quelle: Info des Robert-Koch-Instituts
www.rki.de
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