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    Eröffnung des Kulturkaufhauses Roßlau

    Tourist-Info und Bibliothek künftig unter einem Dach

    Pressetermin im KulturkaufhausDas Haus in der Hauptstraße 11 wurde im Jahr 1903 durch die jüdische Familie Fried errichtet und als Kaufhaus für Wäsche, Kleidung und Spielwaren betrieben. Die Familie wurde 1942 in das Ghetto nach Warschau deportiert und später vermutlich in Auschwitz umgebracht. „Stolpersteine“ auf dem Fußweg vor dem Gebäude erinnern heute an das Ehepaar Hedwig und Max Fried und damit an die Leidensgeschichte der Familie.

    Zu DDR-Zeiten war das Haus ein Konsum-Warenhaus und als solches bis Anfang der 1990er Jahre genutzt. Auf Grund von Restitutionsansprüchen, die erst im Jahr 2001 mit der Übertragung an die Conference on Jewish Material Claim in Frankfurt/Main bestandskräftig entschieden wurden, stellte das Objekt durch jahrelangen Leerstand einen erheblichen städtebaulichen Missstand dar, so dass die Sanierung und Umnutzung des Gebäudes als besonderer Schwerpunkt in der Fortschreibung des Rahmenplans der Sanierungsmaßnahme „Altstadt Roßlau“ definiert wurde.

    Im Jahr 1998 wurde die Unterbringung von Einzelhandelsgeschäften, die Ansiedlung von Dienstleistungsunternehmen und die Einrichtung von Wohnungen durch die eigens für eine Vermarktung gegründete „Altes Kaufhaus“ GbR favorisiert. Im Ergebnis musste jedoch festgestellt werden, dass es nur ein geringes Interesse an Einzelhandelsflächen gab.

    Nachdem diese und weitere Aktivitäten zur Revitalisierung des ehemaligen Kaufhauses erfolglos blieben, wurde im Jahr 2002, im Zusammenhang mit einer Studie zur Förderung der Innenstadt, die Standortverlagerung der Stadtbibliothek Roßlau – weg von der Stadtrandlage und der viel befahrenen Kreuzung Südstraße – als Arbeitsrichtung festgelegPressetermin im Kulturkaufhaust.

    Die Stadt Roßlau erwarb 2005 Gebäude und Grundstück des ehemaligen Konsum-Kaufhauses, Hauptstraße 11, von der EDEKA Minden-Hannover Holding GmbH mit dem Ziel, das Objekt als Kulturkaufhaus mit dem Haupt-nutzer „Stadtbibliothek“ zu sanieren.

    Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, im historisch gewachsenen innerstädtischen Quartier mit zahlreichen Geschäften, gastronomischen Einrichtungen und der Sparkasse auch die besucherstarke Bildungs-, Kultur- und Informationseinrichtung „Bibliothek“ anzusiedeln. In Abstimmung mit dem Ortschaftsrat Roßlau erfolgte ferner die Integration der Außenstelle der Tourist-Information Dessau-Roßlau.

    2005 wurde mit den ersten Baumaßnahmen begonnen (Erneuerung des Daches). Weitere Maßnahmen schlossen sich in den Jahren 2006 und 2007 an, wie z. B. die Sanierung der vorderen Fassade einschließlich Schaufensteranlage und Außentüren sowie verschiedene Abbruch- und statische Sicherungsmaßnahmen.

    Nach der Fusion der Städte Dessau und Roßlau wurde nach mehrfachen Vorstellungen des Vorhabens im Kulturausschuss durch den neuen Stadtrat am 9. Juli 2008 der Gesamtmaßnahmebeschluss zur Errichtung einer Stadtteilbibliothek gefasst. Somit konnten weitere Baumaßnahmen durchgeführt werden, wie die Deckenstabilisierungen, Errichtung eines zweiten Treppenhauses, Herstellen von Entwässerungsleitungen und anders mehr.

    In nunmehr 5-jähriger Bauzeit ist unter Leitung des Architekten Roberto Packroß (Dessau-Roßlau) und in Zusammenarbeit der Abteilung Investbau des Zentralen Gebäudemanagements mit der Anhaltischen Landesbücherei Dessau ein sowohl architektonisch als auch funktional ansprechendes Gebäude entstanden. Auf  zwei Etagen mit ca. 600 Quadratmetern  Licht durchfluteter Publikumsfläche finden die Besucher alle Angebote einer modernen Bibliotheksfiliale mit ca. 26.000 Medien und die Dienstleistungen einer Tourist-Information.

    Pressetermin im KulturkaufhausÜberwiegend ortsansässige Ingenieurbüros und Firmen waren an der Realisierung des Objektes in einem finanziellen Gesamtumfang von 2,12 Millionen Euro beteiligt. Das Projekt wurde aus Eigenmitteln der Stadt Dessau-Roßlau und zu erheblichen Teilen aus dem Förderprogramm des  „Investitionspaktes 2008 zur energetischen  Erneuerung der sozialen Infrastruktur der Kommunen“ finanziert. Die Baumaßnahmen in den Jahren 2005 bis 2008 in Höhe von 560.000 Euro wurden mit Fördermitteln aus der Stadtsanierung realisiert.

    Mit der Eröffnung des Kulturkaufhauses am 6. März, um 10.00 Uhr, erhält die Bibliothek, wie im Stadtrat am 14.12.2011 beschlossen wurde, den Namen "Ludwig-Lipmann-Bibliothek". Damit werden die Verdienste des ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Roßlau, des Mühlenbesitzers Ludwig Lipmann (nach 1830 – 1909), gewürdigt, auf dessen Initiative die Gründung und Eröffnung der Stadtbibliothek Roßlau am 3. April 1904 erfolgte. Im Stadtratsbeschluss heißt es dazu:

    „Die seit langem bestehende kirchliche Volksbibliothek war am 2. September 1901 mit der Bibliothek des Evangelischen Männer- und Jünglingsvereins vereinigt worden, stand aber nur Mitgliedern zur Verfügung. Andersgläubigen – Lipmann war Jude – stand die Bibliothek nicht offen. Ihm war aber ein freier Zugang zur Literatur und damit Bildung ein sehr wichtiges Anliegen. In der Gründung einer städtischen Bibliothek sah er dies am besten gegeben. So trieb er nicht nur den Gründungsbeschluss durch den Gemeinderat voran, sondern schenkte dieser als Grundstock eine umfangreiche Ausgabe deutscher Klassiker und vermehrte den Bestand in der Folgezeit durch weitere Schenkungen."

     


    Die Einrichtungen haben wie folgt geöffnet:

    Ludwig-Lipmann-Bibliothek

    Montag und Freitag    10.00 – 12.00 Uhr, 13.00 – 16.00 Uhr
    Dienstag und Donnerstag  10.00 – 12.00 Uhr, 13.00 – 18.00 Uhr

    Touristinformation

    Montag und Freitag    10.00 – 12.00 Uhr, 13.00 – 14.00 Uhr
    Dienstag und Donnerstag  10.00 – 12.00 Uhr, 13.00 – 17.00 Uhr
     


    Meldung vom 29.02.2012

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