Im Meisterhaus Feininger haben im April die Arbeiten an der dringend notwendig gewordenen Farbsanierung begonnen. Dabei haben sich neue Erkenntnisse bei der Farbgebung selbst bzw. bei der Zusammensetzung der Farbe durch Pigmentierung bzw. den Einsatz von Bindemitteln ergeben.
Nach der Neubewertung der Farbbefunde durch den Restaurator und unter Einbeziehung der Erfahrungen der letzten 16 Jahre, insbesondere auch bei der Sanierung am Bauhaus Dessau, wird derzeit im Meisterhaus Feininger die Überarbeitung des Farbprojektes vorgenommen. Ziel der Sanierung ist die Wiederherstellung der Farbwirkung zur Einzugszeit der Familie Feininger in das Haus im Jahre 1926.
Grundsätzlich werden alle Flächen im Haus auf Grundlage der Befunduntersuchung von 1992 und unter Berücksichtigung der neuesten Erkenntnisse des Restaurierungsateliers Schöne farblich neu gefasst. Damit wird sich die Farbwirkung geringfügig, aber doch deutlich gegenüber der gealterten Fassung im Sinne einer Auffrischung verändert präsentieren.
Entscheidende Veränderungen sind einerseits zu erwarten, indem die Vergilbung der lackierten Flächen beseitigt wird, die hauptsächlich durch die Linolensäure im Bindemittel hervorgerufen worden war. Andererseits haben aktuelle Laboruntersuchungen ergeben, dass bereits 1926 das Kunstharzbindemittel (PVAc) verwendet worden war.
Neben der Farbsanierung erfolgt auch eine restauratorische Aufarbeitung der bauzeitlichen Türen und Türfutter.
Finanziert wird die Farbsanierung durch Mittel der Lotto-Toto Sachsen-Anhalt GmbH und die Stiftung Meisterhäuser.
Meldung vom 28.07.2010