Der weltweite Ausstoß an Treibhausgasen hat auch im Jahr 2011 einen neuen Rekordwert erreicht - trotz Wirtschaftskrise und Klimaschutzbemühungen - und beläuft sich auf 31.600.000.000.000 kg. Das ist eine Zunahme von 3,2 % gegenüber 2010. Dies zeigt, dass weiterhin starke und langfristige Anstrengungen im Klimaschutz und zur Begrenzung und Verringerung der CO2-Emissionen auf internationaler, nationaler und besonders auch auf kommunaler Ebene unternommen werden müssen.
Im Mai 2012 betrug die CO2-Konzentration in unserer Atmosphäre 397 ppm. Vor der Industrialisierung waren es 280 ppm CO2. Den rasanten Anstieg von 1960 bis Mitte 2012 zeigt die Grafik der NOAA. Die Wahrscheinlichkeit die Erderwärmung im Rahmen von +2°C zu halten sinkt, die Wahrscheinlichkeit einer Erderwärmung von +4°C steigt. Daher ist der kommunale aber auch der individuell-persönliche Klimaschutz von großer Bedeutung.
Quellen: IEA, Welt, FAZ, NOAA, PIK
Welche globalen Folgen hat unser Energie- und Konsumhunger für Menschen in Bangladesch? Der katholische Weihbischof Theotonius Gomes aus Dhaka ist derzeit unterwegs, um über die Folgen des Klimawandels in seiner Heimat zu berichten. Die Stadt Dessau-Roßlau lädt gemeinsam mit dem Bistum Magdeburg, dem katholischen Hilfswerk Misereor und dem Umweltbundesamt zu einem Podiumsgespräch zum Thema „Tatsache: Klimawandel - Aktuelles aus Bangladesch“ ein. Die Veranstaltung findet am Donnerstag den 28.02.2013 um 19:00 Uhr im Hörsaal des UBA statt.
Weihbischof Gomes wird in einem Einführungsvortrag über die Lage in Bangladesch - eines der vom Klimawandel am stärksten betroffenen Länder der Welt - berichten. In Anschluss daran findet eine Podiumsdiskussion zu Fragen des Klimawandels, der aktuellen Auswirkungen und der Handlungsmöglichkeiten statt. Die Podiumsteilnehmer sind:
Das Gespräch moderiert die Journalistin Dagmar Perschke.
Weitere Hintergrundinformationen erhalten Sie unter:
www.bistum-magdeburg.de
Für Rückfragen steht Ihnen Frau Maria Faber vom Bistum Magdeburg unter 0391-5961195 zur Verfügung.
Die ersten Ergebnisse über die Einsparungen durch die Klimaschutzprojekte für das Jahr 2011 liegen vor. In Summe konnten im gesamten Stadtgebiet durch aktiven und innovativen Klimaschutz 3.169 t CO2, über 1.000.000 kWh und 260.200 € eingespart werden. Jede Tonne CO2 die nicht in die Atmosphäre ausgestoßen wird, entlastet das Klima und verringert die Kosten für die Anpassung an den Klimawandel. Diese vermiedenen Umweltkosten bzw. vermiedenen Klimaschäden wurden durch das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt berechnet und mit 65 € pro t CO2 angegeben. Somit ergibt sich für die Stadt Dessau-Roßlau zudem eine Kostenentlastung in Höhe von 205.985 €.
Seit Ende April 2012 gibt es auch in Dessau-Roßlau den Stromspar-Check für Haushalte mit geringem Einkommen. Umgesetzt wird das Projekt gemeinsam von der Caritas Bitterfeld, dem Amt für Soziales und Integration und dem Klimaschutzmanager der Stadt Dessau-Roßlau. Dabei werden bis Ende 2012 zwei Stromsparhelfer der Caritas kostenfreie Vor-Ort-Beratungen in den Haushalten durchführen und auch direkt Strom- und Wassersparartikel bis zu einem Wert von 70 € installieren.
„Das gesteckte Ziel von 100 Beratungen haben wir schon übertroffen - es werden über 100 Stromspar-Checks dieses Jahr in Dessau-Roßlau durchgeführt“, sagt der Klimaschutzmanager der Stadt Dessau-Roßlau Daniel Willeke. Und er ergänzt „die Zusammenarbeit mit der Caritas Bitterfeld ist sehr gut und die in unserer Stadt gewählte Konstellation aus Caritas, Amt für Soziales und Integration und Klimaschutzmanager sticht bundesweit durch ihren Erfolg hervor.“
Auch die Caritas ist sehr zufrieden mit dem Projektverlauf. Bis jetzt waren in allen Haushalten und bei allen Beratungen deutliche Einsparungen möglich, die den Familien weiterhelfen“, berichtet Jürgen Spitzner, einer der Stromsparhelfer. So auch bei Familie Spindler aus Dessau-Roßlau. Herr Spindler hatte über das Sozialamt von der Möglichkeit des Stromspar-Checks direkt erfahren. Er vereinbarte einen Termin mit den Stromsparhelfern und war von dem Ergebnis positiv überrascht: „Die Analyse des Stromverbrauchs einzelner Geräte und die Auswertung der Stromrechnung waren sehr hilfreich und gut. Von meiner Halogenstehlampe werde ich mich sicherlich trennen, die verbraucht extrem viel Strom“. Er freut sich auch über den Austausch von Glühbirnen gegen Energiesparlampen und die wertvollen Tipps zum Energiesparen durch die Stromsparhelfer. „Beim nächsten Lampenkauf werde ich bewusst auf den Stromverbrauch achten, denn das eingesparte Geld kann ich meinen Kindern zu Gute kommen lassen“.
Auch die Wasserkosten lassen sich minimieren, zum Beispiel mittels Sparduschköpfen und Sparwasserhähnen, die den Wasserdurchfluss verringern und damit Kosten reduzieren. Insgesamt empfand Herr Spindler den Stromsparcheck als „eine praktische und direkte Sparhilfe, ein Projekt zum Nutzen jedes Einzelnen, der diese Hilfe in Anspruch nimmt.“
Auch Heike Paesold, Amtsleiterin Amt für Soziales und Integration der Stadt Dessau-Roßlau freut sich über die große Bereitschaft der Leistungsberechtigten zur freiwilligen Teilnahme am Stromsparcheck. Da die Kosten für Haushaltsenergie aus den Leistungen für den Regelsatz zu zahlen sind, kommen zukünftige Einsparungen beim Stromverbrauch auch direkt dem Leistungsberechtigten zu Gute. „Jede eingesparte Kilowattstunde ist die beste Kilowattstunde, denn sie schützt das Klima durch weniger CO2-Ausstoß“, ergänzt der Klimaschutzmanager. Das stellt noch einmal die Besonderheit des Stromsparchecks heraus: Hier werden sozialpolitische, arbeitsmarktpolitische und umweltpolitische Ziele mit einander verbunden und erreicht.
Medienbeiträge zum Projekt finden Sie unter:
Zeitungsartikel MZ zum Stromspar-Check und
Stadt Dessau-Roßlau Amtsblatt Nr. 10-2012
Nach dem großen Erfolg des ersten Vernetzungstreffens Klimaschutz Ost in Dessau-Roßlau geht es nun in die zweite Runde: Gemeinsam mit dem Klima-Bündnis, der Hansestadt Rostock und dem Klimaschutzmanager aus Dessau-Roßlau wird das 2. Vernetzungstreffen Klimaschutz Ost in der Hansestadt Rostock am 20. und 21. September stattfinden.
Rostock hat sich um den „Masterplan 100% Klimaschutz“ der nationalen Klimaschutz-Initiative beworben – und wurde neben 18 weiteren Kommunen als einzige ostdeutsche Stadt ausgewählt. Ziel des Masterplans ist, ein Konzept zu entwickeln, bis 2050 den Energiebedarf der Kommune um 50% zu senken und den CO2-Ausstoß um 95% im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Die Auftaktveranstaltung findet am 20. September an der Universität in Rostock statt (Erich-Schlesinger-Str. 2, Großer Hörsaal der Fakultät Maschinenbau) und ist gleichzeitig ein fachlicher Input für Kommunen, wie Klimaschutz konkret und innovativ umgesetzt werden kann.
Im Anschluss an die Veranstaltung zum Rostocker Masterplan beginnt das „2. Vernetzungstreffen Klimaschutz Ost“ am Strand von Warnemünde mit dem ersten Austausch und Fachgesprächen über zukunftsweisenden Ideen zum „Fahrplan für die Energiewende und den kommunalen Klimaschutz“. Der 21. September verbindet Theorie und Praxis: Die Busexkursion führt zum Solarzentrum Mecklenburg-Vorpommern nach Wietow, wo neben einer Fachführung die Teilnehmer unterschiedliche Klimaschutzprojekte aus ihren Kommunen vorstellen.
Die Anmeldungen für die beiden kostenfreien Veranstaltungen laufen separat:
Für das 2. Vernetzungstreffen Klimaschutz Ost:
http://coaching-kommunaler-klimaschutz.de/rostock.html
Für den „Masterplan 100% Klimaschutz“: per Mail über das Amt für Umweltschutz der Hansestadt Rostock
umweltamt@rostock.de.
Wenn Sie Interesse an einer zukünftigen Vernetzung im Klimaschutz oder an der Teilnahme an den Veranstaltungen haben, wenden Sie sich an den Klimaschutzmanager der Stadt Dessau-Roßlau, Herrn Daniel Willeke, Tel.: 0340-204-1683.
Das gesamte und detaillierte Programm zu beiden Veranstaltungen finden Sie
hier.
Mit dem Programm „Stadtwerke für Schulen“ unterstützt die DVV die Dessau-Roßlauer Schüler und Lehrer mit Vorträgen, Führungen und Unterrichtsmaterialien rund um die vielfältigen Leistungen der Stadtwerke. Ergänzend hierzu startet mit Beginn des neuen Schuljahres der neue Wettbewerb „Kreativ²“ um den Förderpreis der Stadtwerke.
„Kreativ2“ ruft alle Schüler ab Klassenstufe 7 dazu auf, ihre Ideen rund um das Themenspektrum „Energie, Technik, Mobilität und Innovation“ zu beschreiben und modellhaft in die Tat umzusetzen. Die Teilnahme lohnt sich in doppelter Hinsicht – denn neben Wissen und Erfahrungen bringt „Kreativ²“ die Chance, tolle Prämien zu gewinnen. So warten auf die Teilnehmer der drei Gewinnerprojekte wertvolle Sachpreise, außerdem erhalten die Schulen der Gewinner-Teams unseren Förderpreis über 600, 300 und 150 €.
Der Wettbewerb unterteilt sich in mehrere Phasen:
Anmeldephase
In der Zeit vom 10.09.2012 – 23.11.2012 können sich die Schülerinnen und Schüler für den Wettbewerb »Kreativ² 2012/2013« anmelden. Dazu das Anmeldeformular von der Internetseite
www.dvv-dessau.de herunterladen und mit allen wichtigen Informationen ausfüllen. Danach die Projektbeschreibung passend zum Projekt ausfüllen. Sollte es noch keine Idee bzw. noch kein Projekt geben, kann eine Anmeldung trotzdem erfolgen! Die Projektbeschreibung kann nachgereicht werden.
Projektabgabe
In der Zeit vom 26.11.2012 – 28.02.2013 erfolgt die Abgabe des Projekts bei den Stadtwerken Dessau. Wichtig dabei ist, das Projekt sollte nicht nur aus einem Blatt Papier bestehen! Die Ideen sollen in die Tat umgesetzt werden und das Projekt mit unterschiedlichen Materialien gebaut werden.
Ausstellung & Bewertung
Damit jeder sehen kann, was in der kurzen Zeit erreicht wurde, wird die DVV die Projekte vom 11.03.2013 – 15.03.2013 im Saal der Stadtwerke Dessau ausstellen. Dort wird eine ausgewählte Jury die Projekt bewerten und die drei Gewinnerprojekte ermitteln.
Preisverleihung
Die große Preisverleihung findet am 04.04.2013 statt. Auf die Teilnehmer der drei Gewinnerprojekte warten wertvolle Sachpreise, außerdem erhalten die Schulen der Gewinner-Teams einen Förderpreis über 600, 300 und 150 €! Mitmachen lohnt sich.
Weitere Informationen (Flyer, Plakat, Anmeldeformular) finden Sie auch unter
www.dvv-dessau.de Menüpunkt "Aktuelles". Für Rückfragen erreichen Sie Frau Masannek per Mail
smasannek@dvv-dessau.de oder telefonisch unter 0340-899-1038.
„Die da oben entscheiden - wir hier unten können ohnehin nichts tun!“ Ausgerechnet bei der zentralen Frage für ihre Zukunft wie dem Klimaschutz und dem Klimawandel fühlen sich Jugendliche in der Regel außen vor. Denn die wichtigsten Entscheidungen zu umweltpolitischen Fragen fallen fernab von ihnen, z.B. in internationalen Gremien wie dem Umweltprogramm UNEP (United Nations Environment Programme) der Vereinten Nationen.
Das „Planspiel UNEP - Internationale Umweltpolitik hautnah erleben“ rückt die Jugendlichen zumindest spielerisch ins Zentrum der Entscheidung: Fünf Stunden lang schlüpfen die Schülerinnen und Schüler des Biologie-Profilkurses der 11. Klasse des Gymnasiums Philanthropinum in die Rolle internationaler Delegierter unterschiedlicher Staaten. Dabei werden sie nachspielen und nachvollziehen, wie internationale Entscheidungsprozesse zum Thema Klimaschutz und Klimawandel funktionieren und warum bestimmte Ergebnisse zustande kommen. Sie müssen verschiedene Standpunkte zu Maßnahmen zum Klimaschutz vertreten, diskutieren und lernen, Verbündete und Kompromisse für eine gemeinsame mehrheitsfähige Klimaschutzresolution zu finden.
In Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Philanthropinum und Herrn Dr. Guido Knoche vom Energietisch e.V. wurde das Umweltbildungsprojekt „Planspiel UNEP“ durch den Klimaschutzmanager der Stadt Dessau-Roßlau mit 25 Schülern am 04.06.2012 und am 14.06.2012 im Ratsaal im Rathaus Dessau durchgeführt.
Welchen Bezug haben die internationalen Beschlüsse zur lokalen Ebene? Was kann meine Stadt, was können die Bürger tun, um das Klima zu schützen und dem Klimawandel entgegenzutreten? Damit die Jugendlichen einen konkreten Bezug zu den globalen Themen entwickeln können, erfolgt auch eine Übertragung des Verhandlungsthemas und der Handlungsmöglichkeiten auf die eigene Stadt und den persönlichen Alltag.
Denn neben dem Verständnis für den Ablauf von komplexen internationalen Entscheidungsprozessen und der Herausforderung globaler Umweltprobleme, soll durch das „Planspiel UNEP“ die Erkenntnis wachsen, dass man auch als einzelner junger Mensch vor Ort etwas tun kann. Denn die Jugendlichen sind die Entscheider von morgen.
Medienbeiträge zum Projekt finden Sie unter:
Zeitungsartikel MZ zum Planspiel UNEP
In ganz Deutschland engagieren sich Städte, Gemeinden und Landkreise auf vielfältige Weise für den Klimaschutz. Der Themenfilm „Kommunalen Klimaschutz in Deutschland“ des Bundesumweltministeriums zeigt, wie Kommunen Energie effizienter nutzen, das Klima schonen und dabei Kosten sparen. Zahlreiche der hier vorgestellten Klimaprojekte werden beispielsweise von der Nationalen Klimaschutzinitiative unterstützt.
Im Auftrag des BMU wurde im Frühjahr dieses Jahres der Themenfilm produziert. Dabei wurde Dessau-Roßlau als Schwerpunktstadt ausgewählt, um aufzuzeigen, wie erfolgreich und vielfältig wir uns im Klimaschutz engagieren. Damit wird unsere Arbeit im Klimaschutz bundesweit kommuniziert und wahrgenommen. Dessau-Roßlau ist auf einem sehr guten Weg im Klimaschutz - aber noch nicht am Ziel.
Den Themenfilm finden Sie auf der Internetseite des BMU - dort können Sie ihn auch herunterladen. Zudem steht der Film im YouTube-Channel des Bundesumweltministeriums:
Themenfilm „Kommunalen Klimaschutz in Deutschland“
Die Stadt Dessau-Roßlau ist ein neuer Standort im bundesweiten Projekt „Stromspar-Check“. Zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes und der Sozialplanung der Stadt Dessau-Roßlau werden ab Ende April Bezieher von Sozialhilfe oder Wohngeld mit einem Stromspar-Check beraten. Die Haushalte können ihre Energie- und Wasserkosten um durchschnittlich 100-150 Euro pro Jahr senken. Einsparungen, die gerade für Menschen mit geringem Einkommen besonders wichtig sind, denn die Strom- und Wasserkosten steigen weiter. Die Umwelt wird dabei pro Haushalt mit rund 1 t CO2 entlastet.
Das Gemeinschaftsprojekt der Caritas Bitterfeld, dem Amt für Soziales und Integration und dem Klimaschutzmanager der Stadt Dessau-Roßlau startete offiziell am 25.04.2012 mit einer gemeinsamen Pressekonferenz. Bis Ende 2012 werden zwei Stromsparhelfer etwa 100 kostenfreie Vor-Ort-Beratungen durchführen und bei jeder Beratung Strom- und Wassersparartikel im Wert von ca. 70 € installieren. Eine Fortsetzung des Projektes ab 2013 mit weiteren Kooperationspartnern wird derzeit vorbereitet.
In mehr als 100 Städten und Kreisen sind zurzeit rund 650 geschulte Stromsparhelfer im Einsatz. Sie ermitteln und analysieren den Energie- und Wasserverbrauch der Haushalte vor Ort, bauen kostenlos Energiesparartikel ein und geben Tipps zur Nutzung sowie zum energieeffizienten Verhalten.
Mittlerweile profitieren bundesweit mehr als 55.000 Haushalte und das Klima vom „Stromspar-Check“: Jeder Haushalt reduziert mit seinen neuen Energiesparlampen, schaltbaren Steckerleisten oder Zeitschaltuhren die Stromkosten um 13 Prozent. Steigende Strompreise können so zumindest teilweise aufgefangen werden. Langfristig werden mit jedem Check mehr als zwei Tonnen CO2 eingespart, das sind insgesamt mehr als 110.000 Tonnen weniger CO2-Emissionen.
Das Besondere an der Aktion des Deutschen Caritasverbandes und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD): Hier werden arbeitsmarktpolitische und sozialpolitische mit umweltpolitischen Zielen miteinander verbunden. Gefördert wird der „Stromspar-Check“ vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der Klimaschutzinitiative.
Weitere Informationen erhalten Sie unter:
Stromspar-Check.de sowie unter der Tel.-Nr.: 03493-826638.
Medienbeiträge zum Projekt finden Sie unter:
TV-Beitrag RAN1 Stromspar-Check.
Viele Kommunen und Organisationen sind bereits aktiv im Klimaschutz oder wollen sich jetzt auf den Weg machen. Denn gerade sie spielen eine Schlüsselrolle im Klimaschutz. Neben ihren direkten eigenen Handlungsmöglichkeiten ist die regionale Ebene unmittelbar an den BürgerInnen dran und kann diese mit in ihre Aktivitäten einbinden und zu eigenem Handeln motivieren.
Eine regionale Vernetzung bietet einen Erfahrungsaustausch auf kurzen Wegen. Viele Kommunen und Organisationen sind bereits aktiv, haben erste Erfahrungen in lokalen Klimaschutzprojekten sammeln können oder sind in der Erstellung und Umsetzung ihrer Klimaschutzkonzepte. Dabei stellen sich für ostdeutsche Kommunen oft besondere Herausforderungen. Wer macht was? Wo kann (m)eine Gemeinde / Stadt ansetzen? Wie finde ich einen kompetenten Klimaschutzberater? Und wie kann man bei knappen Finanz- und Personalmitteln im Klimaschutz aktiv werden?
Die Stadt Dessau-Rosslau, das Klima-Bündnis und das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V. werden diese Entwicklung aktiv unterstützen durch die Veranstaltung:
„Vernetzungstreffen Klimaschutz Ost“
am Mittwoch, dem 21. März 2012
in Dessau-Roßlau (Radisson Blu, Friedensplatz 1)
Neben einer Einführung in den kommunalen Klimaschutz werden verschiedene Möglichkeiten der finanziellen und inhaltlichen Unterstützung lokaler Klimaschutzaktivitäten vorgestellt. Unterschiedliche Beispiele zeigen konkrete Handlungsmöglichkeiten vor Ort. Und vor allem haben die Teilnehmer an diesem Tag die Möglichkeit, andere Akteure (KommunalvertreterInnen, Energie- und Klimafachleute, Energieagenturen und Interessierte) kennenzulernen, sich auszutauschen und zu vernetzen.
Wir freuen uns über die Unterstützung und Teilnahme des Umweltbundesamtes, des Projektträgers Jülich, der Hansestadt Rostock, der Gemeinde Bollewick, der Akademie für Nachhaltige Entwicklung Mecklenburg-Vorpommern sowie der Servicestelle Kommunaler Klimaschutz.
Wenn Sie Interesse an einer zukünftigen Vernetzung im Klimaschutz oder an der Teilnahme an den Veranstaltungen haben, wenden Sie sich an den Klimaschutzmanager der Stadt Dessau-Roßlau, Herrn Daniel Willeke, Tel.: 0340-204-1683.
Weitere Informationen zur Veranstaltung im Tagungsprogramm:
.
Die Tagungsdokumentation zur Veranstaltung finden Sie unter:
http://coaching-kommunaler-klimaschutz.de/dessau20120321.html?&L=0
Medienbeiträge zur Veranstaltung finden Sie unter:
http://mz-web.de/artikel?id=1330409002380 und
http://www.youtube.com/watch?v=H7j4U-O-dho.
Klimaschutz durch den Einsatz von natürlichen und nachwachsenden Materialien ist beim Hausbau und bei Sanierungen besonders gut möglich. Wie, das zeigt die BAUnatour. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) die mobile Ausstellung BAUnatour - Wanderausstellung Bauen und Wohnen mit nachwachsenden Rohstoffen - konzipiert, die seit 2009 quer durch Deutschland tourt. Vom 17.04. bis 22.04.2012 wird sie in Dessau-Roßlau zentral auf dem Marktplatz vor dem Rathaus Dessau umfassend über das Bauen, Sanieren und Wohnen mit nachwachsenden Rohstoffen informieren.
Zwei ineinandergefügte Kuben aus Fichte und Weide erzeugen Aufmerksamkeit. In der 25 m² großen und zu 90% aus nachwachsenden Rohstoffen erstellten Ausstellungsbox, werden eine Vielzahl innovativer Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen, die heutzutage für Hausbau, Innenausbau und Sanierung verfügbar sind, anschaulich präsentiert. Viele Muster, Anwendungsbeispiele und Modelle machen das Thema im wahrsten Sinne begreifbar. Die in Holzbauweise gefertigte Ausstellungsbox vermittelt ein ganz besonderes Wohngefühl.
In der Ausstellung werden zu Beginn Rohstoffe präsentiert, die als Ausgangsmaterial für viele moderne Baustoffe Verwendung finden. Neben Holz, Flachs und Hanf, ist dort Sisal, Kork, Ziegenhaar u.a. zu sehen. Im Bereich Bau- und Dämmstoffe zeigen viele Handmuster unterschiedlichster Hersteller die ganze Bandbreite ressourcen- und energiesparender Materialien, die wohngesund und umweltfreundlich sind. Unterschiedliche Hausmodelle zeigen die konkrete Anwendung: 
Zudem informiert die Ausstellung auch ausführlich über das Heizen mit Pellets.
„Durch die Wanderausstellung BAUnatour wird das Thema Klimaschutz gleich doppelt transportiert,“ informiert Daniel Willeke, Klimaschutzmanager der Stadt Dessau-Roßlau und Mitorganisator der Ausstellung. „Die natürlichen und nachwachsenden Materialen und die mit ihnen durchgeführten Sanierungen sparen Energie und senken den CO2-Ausstoß.“ Das Einsparpotential zwischen einem unsanierten und einem optimal sanierten Haus ist enorm. Die Einsparungen belaufen sich auf 26 t CO2, 84.000 kWh und über 5.000 € pro Jahr.
Bei Rückfragen wenden Sie sich an die Stadt Dessau-Roßlau, Klimaschutzmanager, Hr. Daniel Willeke, Tel.: 0340-204-1683.
Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm finden Sie im BAUnatour-Flyer
.
Medienbeiträge zur Veranstaltung finden Sie unter:
www.bau-natour.de/gaestebuch/ und
http://www.youtube.com/watch?v=Q_b9EU3z8I0
Kommunale Klimaschutzmanager aus über 60 "klimaaktiven" Städten trafen sich am 11. Oktober 2011 in Osnabrück, um über Strategien, Ziele und Aktivitäten im kommunalen Klimaschutz zu beraten und sich untereinander zu vernetzen. Veranstalter war das Deutsche Institut für Urbanistik (difu) mit der Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz in Kooperation mit der Stadt Osnabrück.
Grundlage dieser Tagung ist die Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums. Zur Unterstützung der kommunalen Klimaschutzaktivitäten wurde ein Programm zur Förderung von Klimaschutzkonzepten und Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen aufgelegt. Ein Schwerpunkt dieses Förderprogramms liegt auf der Beratung und Begleitung sowie der Umsetzung von Klimaschutzkonzepten oder Teilkonzepten in Kommunen durch Klimaschutzmanager. Denn insbesondere in Kommunen bestehen große Einsparpotenziale und direkte Umsetzungsmöglichkeiten für vielfältige Klimaschutzprojekte.
Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius betonte, dass Konzepte zum kommunalen Klimaschutz effizienter durch einen Klimaschutzmanager umgesetzt werden könnten. "Es ist gut und richtig, Manager für Klimaschutz zu fördern", sagte Oberbürgermeister Pistorius und Osnabrücks Klimaschutzmanager Andreas Winterkemper ergänzte: "Oftmals ist das Personal in Kommunalverwaltungen gar nicht vorhanden, um Konzepte des Klimaschutzes verwirklichen zu können". Daher ist der Bedarf an diesen besonderen Fachkräften sehr groß.
Die Klimaschutzinitiative des BMU ermöglicht mit 25 Millionen Euro den Einsatz von Klimaschutzmanagern. Zu deren Aufgaben gehören beispielsweise auch Themen wie "Klimaschutz in eigenen Liegenschaften" und "klimafreundlicher Verkehr in Kommunen". Ziel des Klimaschutzmanagers ist es, Klimaschutzaspekte in die Verwaltungsabläufe zu integrieren, Akteure für den Klimaschutz zu gewinnen, Dialogprozesse und Netzwerke zu initiieren, Umsetzungserfolge zu überprüfen und zu kommunizieren sowie Defizite und Hemmnisse zu erkennen und auszuräumen.
Im Rahmen der Veranstaltung referierte der Klimaschutzmanager der Stadt Dessau-Roßlau Daniel Willeke über seine Klimaschutzarbeit und die Projekte in der Stadt. Viele Kommunen starten erst im kommunalen Klimaschutz. Daher wurden die Vorträge zur Beratung und Begleitung sowie der Umsetzung von städtischen Klimaschutzkonzepten durch die Teilnehmer sehr intensiv verfolgt.
Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie beim Veranstalter:
Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz
Medienbeiträge zu Veranstaltung finden Sie unter:
Zeitungsartikel Neue Osnabrücker Zeitung Erfahrungsaustausch zum Klimaschutzmanagement
Ab 01.09.2011 kommt an den Erdgas-Tankstellen der Stadtwerke Dessau (DVG-Betriebshof Erich-Köckert-Straße sowie ESSO-Station Mildensee) 100% BIO-ERDGAS zum Einsatz. Dies bewirkt eine über 90%ige Kohlendioxid-Reduktion im Vergleich zu Benzin und Diesel und ist insbesondere für den städtischen Busverkehr eine nachhaltige Umweltentlastung. Damit fahren die zwanzig Erdgas-Busse der DVG nahezu CO2-neutral.
„So unterstützen die Stadtwerke unsere Stadt nachhaltig dabei, die Ziele zur Senkung der Kohlendioxid-Emissionen zu erreichen. Dessau-Roßlau ist Mitglied des Klimabündnisses der europäischen Städte und stellt sich der Herausforderung, den Treibhausgas-Ausstoß nachhaltig zu reduzieren. Das Klimaschutzkonzept für Dessau-Roßlau hat hierfür richtungsweisenden Charakter“, erläutert Oberbürgermeister Klemens Koschig.
„Bereits mit fossilem Erdgas als Kraftstoff haben unsere Erdgas-Busse im Vergleich zu Dieselfahrzeugen weniger Kohlendioxid emittiert. Mit dem Einsatz von BIO-Erdgas können wir die Umweltentlastung noch weiter verringern“, ergänzt Torsten Ceglarek, Geschäftsführer der DVG. Darüber hinaus profitiert die Gesellschaft vom großen Kostenvorteil des Kraftstoffs Erdgas. „Im Jahr sparen wir rund 61.000 Euro und 713 t CO2 gegenüber einer vergleichbaren Dieselbus-Flotte. Dies unterstreicht unser verantwortungsbewusstes Wirtschaften“, so Torsten Ceglarek.
Das BIO-Erdgas an den Stadtwerke-Tankstellen stammt von der VERBIO AG, die unter anderem in Zörbig Biokraftstoffe produziert. Dieses BIO-Erdas wird ausschließlich aus agrarischen Reststoffen und Abfällen wie Getreideschlempe aus der Bioethanol-Produktion und Stroh gewonnen wird. Es werden keine Nahrungsmittelrohstoffe eingesetzt.
BIO-Erdgas hat die gleiche chemische Struktur und Qualität wie fossiles Erdgas, sodass keine Verträglichkeitsprobleme bei den Fahrzeugen auftreten. So kann jedes Erdgasfahrzeug bis zu 100% mit BIO-Erdgas betankt werden. Damit sind auch alle privaten Erdgasfahrer nicht nur umweltfreundlich unterwegs, sondern sparen noch 50% Kraftstoffkosten gegenüber Benzin bzw. 30% Kraftstoffkosten gegenüber Diesel.
"Durch die Einführung und die Nutzung von BIO-Erdgas als nachhaltigen Kraftstoff für die 20 Erdgasbusse der DVG, wird mit einer 97%igen CO2-Reduzierung in diesem Bereich der derzeit maximale Beitrag zur CO2-Reduzierung im ÖPNV und somit zum Klimaschutz geleistet. Der Bus-ÖPNV in Dessau-Roßlau ist hahezu klimaneutral. Durch den umwelt- und klimaschonenden Einsatz von BIO-Erdgas leisten die DVV und die DVG als Partner der Stadt einen guten Beitrag zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes", erklärt Klimaschutzmanager Daniel Willeke.
Weitere Informationen zum Thema Erdgas als Kraftstoff finden Sie unter:
Erdgas-Mobil.de und in der Studie der dena
"Erdgas und Biomethan im künftigen Kraftstoffmix".
Medienbeiträge zur Bio-Erdgas-Einführung finden Sie unter:
Zeitungsartikel MZ Einführung Bio-Erdgas und
Stadt Dessau-Roßlau Amtsblatt Nr. 10-2011
DVV-Journal 02-2011 Kundenzeitschrift und
TV-Beitrag RAN1 Einführung Bio-Erdgas
Da die Energiepreise stetig steigen, ist es besonders für kommunale Unternehmen zunehmend wichtig, Mittel und Wege zu finden, den Verbrauch und die Kosten zu senken - das ist auch praktischer Klimaschutz. Mit großen Schritten geht dabei das Städtische Klinikum Dessau-Roßlau voran. Es rüstet seit einigen Jahren auf, oder besser gesagt, es rüstet um. Energieeffizienz ist dabei das Schlagwort.
Energieoptimierung im Mittelpunkt
»Wir haben uns gefragt, was können wir hier energetisch noch optimieren«, erläutert Andreas Loth, Leiter des Bau- u. Gebäudemanagement den Ausgangspunkt der verschiedenen Umbaumaßnahmen. Ziel dieses Unterfangens war es, dem städtischen Krankenhaus Energie und damit Geld zu sparen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. »Zunächst ging es darum, ganz genau zu ermitteln, an welchen Stellen wir wie viel verbrauchen«, erzählt Andreas Loth von den Anfängen. Dabei stellten die Ingenieure fest, dass besonders die Kühlung und Lüftung der drei Bettenhäuser viel Strom verbrauchten. Deshalb war die CO2-Optimierung der raumlufttechnischen Anlage eine der ersten Umbaumaßnahmen.
Sensible Messung
»Vorher war es so, dass obligatorisch zu einer bestimmten Zeit, alle Räume in den Bettenhäusern mit Frischluft durchgespült wurden. Das führte dazu, dass auch nicht verbrauchte Luft ausgetauscht wurde – und so Energie verschwendet«. Im Jahr 2007 begann daher die Umrüstung der Bettenhäuser. Heute ermittelt ein kleiner Fühler in der Lüftung über die Messung des vorhandenen CO2-Gehalts in der Luft nun sehr sensibel, wann es nötig ist, die Raumluft zu erneuern. Auch der Motor der Lüftung läuft dadurch jetzt nicht mehr auf vollen Touren, sondern bei einer wesentlich niedrigeren Drehzahl. Und die Ersparnis? Ausgehend von dem Energieverbrauch vor der Optimierung der Lüftungsanlage verbraucht die neue Technik rund zwei Drittel weniger an Strom und Wärme. Rund 307 Tonnen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid sparen die drei Bettenhäuser nun jährlich ein, zum Vergleich, jeder Deutsche emittiert pro Jahr etwa 10 Tonnen CO2. Die Kosten des Umbaus haben sich so bereits nach 10 Monaten amortisiert, jährlich spart das Krankenhaus nun über 60.000 Euro ein.
Keinen Dampf ablassen
Auch im Keller des Krankenhauses wurden sie fündig. »Uns war klar, hier können wir Energie besser nutzen«, erklärt Andreas Loth. In den Kellerräumen wurden Wärmerückgewinnungssysteme in die Dampferzeugungsanlagen eingebaut. Die Auswirkung ist enorm, vor der Optimierung wurde der Abdampf beider Dampferzeuger, welcher dann als Kondensatwasser vorliegt mit Trinkkaltwasser soweit herunter gekühlt, dass es in das Abwassersystem des örtlichen Versorgers eingeleitet werden konnte. »Wir sparen jetzt Trinkwasser, Abwasser, Fernwärme und Gas, weil dem Kondensat des Rohdampferzeugers nun über einen Abdampftauscher Wärme entzogen und diese wiederum zur Erwärmung von Trinkwarmwasser und Schwimmbadwasser genutzt wird. Für das Kondensat des Reindampferzeugers wurde die gleiche technische Lösung gewählt, wobei hier die gewonnene Wärme das VE-Wasser erhitzt und somit zur Reduzierung des Gasverbrauches für die Dampferzeugung führte«, erklärt Andreas Loth. Durch die Umsetzung dieser Energiesparmaßnahme spart das Krankenhaus nicht nur über 100.000 Euro im Jahr, sondern auch 306.866 Tonnen CO2-Emmission.
Kommunaler Klimaschutz
Soviel Engagement sollte anerkannt werden. Dieser Meinung ist Daniel Willeke, Klimaschutzmanager der Stadt Dessau-Roßlau (siehe auch
Interview im Gesamtartikel), der derzeit gemeinsam mit dem Klinikum unter anderem eine Zertifizierung zum »Energie sparenden Krankenhaus« vorbereitet. Besagtes Zertifikat wird vom BUND e.V. vergeben und belohnt herausragende Leistungen beim Energiesparen. Andreas Loth ist auf jeden Fall noch nicht am Ende der Umbauten angekommen. »Wir werden hier in nächster Zeit noch einiges machen, damit Energie noch effizienter genutzt wird«. Zugleich passen diese Entwicklungen auch zum Klimaschutzkonzept, das die Stadt Dessau-Roßlau 2007 erstellt und im Jahr 2010 verabschiedet hat. Deshalb findet Antje Guth, Amtsleiterin der Wirtschaftsförderung Dessau-Roßlau, diesen nachhaltigen Umgang mit Energie auch vorbildhaft für andere Unternehmen. »Beim Klinikum kann man sehr gut sehen, wie sich der wirtschaftliche Aspekt und der Umweltaspekt des Energiesparens ergänzen «, sagt sie. »Hier zeigen wir auch als Stadt, dass Klimaschutz nicht nur Geld kostet, sondern gleichzeitig wirtschaftlich ist. Wenn Ökonomie und Ökologie zwei Seiten einer Medaille sind – perfekt!«
Auszug aus dem Artikel des werk.stadt-Magazins (02-2011) "Ökonomisch und ökologisch – zwei Fliegen mit einer Klappe" von Rebecca Plassa. Den gesamten Artikel können Sie
hier nachlesen.
Der Dessau-Roßlauer Klimaschutzmanager Daniel Willeke im Gespräch über seinen Beruf, seine Berufung und das Wärmeproblem in Industriedenkmälern.
Bereits 1998 ist Dessau dem Klimabündnis beigetreten, das eine stetige Verminderung von Treibhausemissionen zum Ziel hat. Im Jahr 2007 hat die Stadt die Aktualisierung und Fortschreibung des ersten Energie- und Klimaschutzkonzepts beschlossen. Das Klimaschutzkonzept, nun für die Doppelstadt Dessau-Roßlau, wurde 2010 verabschiedet. Dabei konnten im Laufe der Zeit erhebliche Einsparungen realisiert werden. Seit März 2011 unterstützt der diplomierte Ingenieur für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung Daniel Willeke als Klimaschutzmanager die Entwicklungen in Dessau-Roßlau. Über seine Aufgaben, Herausforderungen und die Freude an der Arbeit spricht er in diesem Interview. Die Fragen stellte Rebecca Plassa.
Klimaschutzmanager ist keine Berufsbezeichnung, die man häufig hört. Was genau verbirgt sich dahinter?
Der Grundgedanke ist, dass es in den Städten, die ein Klimaschutzkonzept haben, auch eine Person geben sollte, die sich intensiv und hauptberuflich um die Begleitung und Umsetzung von Maßnahmen kümmert. Aber auch die Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiger Aspekt der Arbeit. Wir müssen noch viel mehr über Möglichkeiten des lokalen Energiesparens reden. Deshalb wird über die Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums die Einstellung von kommunalen Klimaschutzmanagern bezuschusst. Derzeit gibt es etwa 90 Klimaschutzmanager in Deutschland. Aber da wird wohl, auch mit dem steigenden Bewusstsein, dass Klimaschutz eine wesentliche kommunale Herausforderung ist, noch ein ganzer Schwung in diesem Jahr folgen.
Was sind Ihre Aufgaben als Klimaschutzmanager in Dessau-Roßlau?
Das Klimaschutzkonzept ist die Grundlage für meine Arbeit als Klimaschutzmanager. Dabei sehe ich mich eigentlich als eine Art Koordinator und »Kommunikator« von Klimaschutzmaßnahmen. Ich kläre zum Beispiel über Fördermöglichkeiten auf und berate u. a. Unternehmen im Hinblick auf Einsparpotenziale und den Einsatz erneuerbarer Energien. Weiterhin gehört die Vernetzung unterschiedlicher Projektpartner zu meiner Arbeit und auch die bereits erwähnte Kommunikation nach außen. Es kommt meines Erachtens zu oft vor, das Unternehmen oder Verwaltungen bereits viele Energiesparmaßnahmen umgesetzt haben – aber noch niemand davon weiß. Hier sehe ich die Aufgabe, bereits Umgesetztes stärker nach außen zu tragen und wie beispielsweise jetzt beim Klinikum auch Zertifizierungsmaßnahmen zu begleiten, die letztlich einen Prestigegewinn für die Klinik bedeuten würden. Geplant ist auch Veranstaltungen oder Tagungen zu einschlägigen Themen hier vor Ort durchzuführen. Durch diesen Wissenstransfer sollen die Fragestellungen der Projektpartner beantwortet und die Umsetzung der Klimaschutzprojekte beschleunigt werden.
Mit welchen konkreten Projekten sind Sie denn derzeit noch beschäftigt?
Einer meiner Partner ist der Brauhausverein, der ja die alten Brauereigebäude übernommen hat. Dieser Verein möchte gern, dass das Brauhaus auf erneuerbare Energien umgestellt wird, was natürlich eine Herausforderung ist – immerhin ist das Gebäude ein Denkmal. Im Moment läuft die Aufbau- und Umsetzungsphase. Eine Solarthermieanlage und eine Holzhackschnitzelanlage gibt es bereits, jetzt müssen wir nur schauen, wie wir es im Winter warm halten (lacht). Das wird mit den großen Pufferspeichern, die die Sonnenwärme bis in den Winter bringen, gut klappen. Aber ich bin auch mit Wohnungsgesellschaften im Gespräch, hier geht es dann vor allem um die energetische Sanierung von Gebäuden, beispielsweise durch Dämmung oder um die Möglichkeit Dachflächen für Solaranlagen zu nutzen. Die Mieter wollen wir beispielsweise mit gezielten Beratungen über ihre persönlichen Möglichkeiten zum Energiesparen beraten. Das ist gut fürs Klima und ihren Geldbeutel.
Arbeiten Sie auch mit privaten Unternehmen und Firmen zusammen?
Ja, im Augenblick arbeite ich zum Beispiel mit der TEW Servicegesellschaft mbH zusammen. Die Firma betreut den BioPharmaPark, wo biologische Pharmazeutika produziert werden. Hier ist unter anderem ein Thema, wie am Standort stärker erneuerbare Energien eingesetzt werden können. Prinzipiell können sich Unternehmen, aber auch Vereine, Schulen, Kitas oder Bürger mit unterschiedlichsten Projekten an mich wenden, wenn es darum geht, Maßnahmen im Bereich Klimaschutz zu planen oder umzusetzen.
Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Arbeit?
Ihre Vielfalt, die ja an meinen Antworten eben auch schon deutlich geworden ist. Ich habe es mit einer bunten Mischung von Aufgabenstellungen, Projekten und Projektpartnern zu tun. Zudem setze ich mich bereits seit Jahren im Bereich Klimaschutz und Klimawandel ein. Was ich vorher nur als »Hobby« gemacht habe – beispielsweise meinen Freunden erzählt, wie man am besten Energie sparen kann – übe ich nun als Beruf aus. Besser geht es eigentlich nicht!
Was möchten Sie im Laufe der nächsten zwei Jahre noch erreichen?
Besonders wichtig finde ich, dass Thema Klimaschutz noch tiefer im Bewusstsein sowohl der Wirtschaft als auch der Bürger zu verankern. Und natürlich möchte ich in Dessau-Roßlau auch viele Projekte anschieben, begleiten und Ihre Umsetzung erleben.
Das Interview "Mein Hobby zum Beruf gemacht" von Rebecca Plassa ist im werk.stadt-Magazin (02-2011) erschienen. Den gesamten Artikel können Sie
hier nachlesen.
| Am Schenkenbusch | Holunderweg | Heckenrosenweg | Erikaweg |
| Bocksbrändchen | Haselnussweg | Brombeerweg | Heidebrückenweg |
| Alte Leipziger Str. (tlw.) | Peterholzhang | Schlehenweg | Ginsterweg |
Die Stadt Dessau-Roßlau hat sich seit über 15 Jahren durch unterschiedliche Konzeptionen und Aktionen zum Klimaschutz bekannt - wie beispielsweise durch die Mitgliedschaft bei SolarLokal oder im Klima-Bündnis. Das aktuelle Klimaschutzkonzept wurde durch ein unabhängiges Ingenieurbüro unter fachlicher Begleitung 2007-2009 erstellt und politisch 2010 durch den Stadtrat beschlossen.
Zurzeit emittiert jeder Einwohner der Stadt durchschnittlich 6,5 t CO2 pro Jahr (1990 15,8 t). Die Zielstellung, die sich die Stadt durch die Mitgliedschaft im Klima-Bündnis gegeben hat, ist eine schrittweise CO2-Reduzierung um 10% alle fünf Jahre. Langfristig strebt die Stadt eine Verminderung der Treibhausgasemissionen auf ein nachhaltiges Niveau von 2,5 t CO2 pro Einwohner und Jahr durch: Energiesparen, Energieeffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien und Suffizienz (Selbstbegrenzung, Konsumverzicht, das rechte Maß).
Die Bundesförderung durch die Klimaschutzinitiative des BMU ermöglichte das Vorhaben „Klimaschutzmanager Dessau-Roßlau“. Die Förderung ist bewilligt für den Zeitraum 03.2011 bis 02.2013 und beinhaltet eine 50%ige Zuwendung aus dem Bundeshaushalt (Förderkennzeichen 03KS1330). Die wissenschaftliche und finanzielle Abwicklung erfolgt in Kooperation mit bzw. gegenüber dem Projektträger Jülich - Forschungszentrum Jülich in Berlin.
Derzeit sind in Kommunen ca. 140 (bundesweit ca. 160), in Ostdeutschland 12 und in Sachsen-Anhalt 2 Klimaschutzmanager aktiv - Stand 09.2012. Aufgrund der fortgeführten Förderung und der Bedeutung des Themas und der Arbeit für Kommunen und den regionalen, nationalen und internationalen Klimaschutz, entscheiden sich immer mehr Kommunen zur Einstellung eines oder mehrerer Klimaschutzmanager.
Die Aufgabe des Klimaschutzmanagers ist es, das vorliegende Klimaschutzkonzept schrittweise umzusetzen und fortzuentwickeln. Er soll Motor für eine nachhaltige Entwicklung im Bereich der Energieeffizienz und des Klimaschutzes sein. Seine zentrale Tätigkeit ist die Koordination, Initiierung und Umsetzung von Klimaschutzprojekten unter Einbeziehung von Bürgern, Verwaltung, Stadtwerken, Unternehmen, Multiplikatoren, NGO und sonstigen Stellen, die für den Klimaschutz relevant sind. Er ist somit Steuerer, Moderator und Kümmerer eines langen Umsetzungsprozesses sowie Vernetzer vieler regionaler (und überregionaler) Akteure. Das zielgruppenübergreifende Begeistern für den Klimaschutz sowie die (bewusstseinsbildende) Kommunikation von Klimaschutzthemen und Projekten in der Öffentlichkeit sind eine wichtige Aufgabe. Zudem evaluiert er kommunale Klimaschutzaktivitäten bzgl. der erreichten Ziele.
Derzeit sind zur Umsetzung des Klimaschutzes in Dessau-Roßlau durch den Klimaschutzmanager Gespräche und Projektplanungen mit folgenden Kooperationspartnern erfolgt:
o Städtisches Klinikum Dessau-Roßlau
o Stadtverwaltung: Gebäudemanagement, Vermessungsamt, Wirtschaftsförderung
o Kindergärten und Schulen auf dem Stadtgebiet
o Umweltbundesamt
o Dessauer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (DVV), Stadtwerke
o Brauhaus Dessau e.V.
o Wohnungsgenossenschaft Dessau eG / Wohnungsunternehmen
o Eigenbetrieb Stadtpflege
o TEW Technik-Energie-Wasser Servicegesellschaft mbH (Pharmapark)
o Sozialamt der Stadtverwaltung + Caritas
o Stiftung Bauhaus Dessau
o Helfende Hände Dessau-Roßlau e.V.
Dabei haben sich folgende Schwerpunktbereiche herausgestellt, die in der weiteren Zusammenarbeit konkretisiert und umgesetzt werden:
o Presse- / Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung, Nutzerverhalten, Messen
o baulich-energetische Sanierung, Fördermittel
o Einsatz von Erneuerbaren Energien
o Zertifikate, Wettbewerbe
o Mobilität
Kontakt:
Dipl.-Ing. (FH) Daniel Willeke
Klimaschutzmanager
Stadt Dessau-Roßlau
Amt für Umwelt und Naturschutz
Finanzrat-Albert-Straße 2
06862 Dessau-Roßlau
Tel.: 0340-204-1683
Fax: 0340-204-2983
Mail: die E-mail-Adresse wird gebildet aus vorname.nachname@dessau-rosslau.de
Web:
www.klimaschutz.dessau-rosslau.de
Das Interview "Für besseres Klima" von Heidi Thiemann ist in der Mitteldeutschen Zeitung (05.07.2011) erschienen. Den gesamten Artikel können Sie
hier nachlesen.
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU):
http://www.bmu.de
BMU-Klimaschutzinitiative:
http://www.bmu-klimaschutzinitiative.de
Projektträger Jülich:
http://www.fz-juelich.de