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| Elbe- und Mulde-Hochwasser in Dessau |
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Boden wurde in Waldersee mehrfach untersucht


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Das Umweltamt informiert:
Die vielfach geäußerten Befürchtungen, dass der Boden infolge des Hochwassergeschehens
in diesem Sommer mit Schadstoffen belastet sein könnte, haben sich nicht bestätigt.
In einem Sonderprogramm des Landes Sachsen-Anhalt wurde die Gewässergüte der
Elbe und Mulde vom 15. bis 28.8.2002 2x täglich hinsichtlich der chemischen
und bakteriologischen Inhaltsstoffe untersucht. Dabei konnte festgestellt
werden, dass zwar bei verschiedenen leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen
und Schwermetallen teilweise ein leichter Anstieg zu verzeichnen war, aber
keine Überschreitungen von Qualitätszielen der EG-Richtlinie 76/464 für Gewässer
nachgewiesen werden konnte. Die konkreten Untersuchungsergebnisse erhalten
Sie unter:
www.mrlu.sachsen-anhalt.de/themen/gewaesserschutz/sondermessprogramm.htm
oder im Amt für Umwelt- und Naturschutz der Stadt Dessau.
Aufgrund dessen sind Bodenkontaminationen durch das Hochwasser selbst nicht
zu erwarten. Allerdings können lokale Schadstoffbelastungen, z.B. durch
ausgelaufenes Heizöl nicht ausgeschlossen werden. So exestierten im Ortsteil
Waldersee 184 Ölheizungen, deren Lagertanks größtenteil durch das Hochwasser
beschädigt wurden. Durch große Anstrengungen der Ludwigshafener und Dessauer
Feuerwehr konnten 1 Million l Wasser-Öl-Gemisch aus den Kellern und von den
Straßen und Gärten abgesaugt werden. Das Öl wurde anschließend mit entsprechender
Technik vom Wasser getrennt und rund 240.000 l reines Öl der Entsorgung zugeführt.
Damit konnte eine größere Umweltkatastrophe verhindert werden, wie die ersten
Untersuchungsergebnisse des Bodens in Waldersee zeigen.
Auch in den Fällen, in denen der Boden noch deutliche Spuren von Öl aufweist,
dies ist nur in wenigen Bereichen in Waldersee der Fall, belegen die Ergebnisse
der chemischen Untersuchungen nur geringfügige Belastungen mit
Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW). Lediglich an 3 Stellen wurden geringe
Grenzwertüberschreitungen festgestellt, die aber keinen Anlass geben, einen
Bodenaustausch in diesen Bereichen vorzunehmen.
Das leichte Heizöl, das zur Heizung von Gebäuden verwandt wird, besteht
aus aliphatischen Kohlenwasserstoffen, die in der Natur unter bestimmten
Bedingungen relativ schnell mikrobiologisch abgebaut werden. Dies soll mit
Kontrolluntersuchungen der betroffenen Bereiche in 6-8 Wochen überprüft werden.
Das allgemein beobachtete Absterben von Pflanzenteilen oder ganzen Pflanzen
hat eindeutig andere Ursachen. Pflanzen benötigen Luftsauerstoff, den sie
über Spaltöffnungen an den Blättern aufnehmen. Da das Wasser 1,50 m hoch über
längere Zeit in den Gärten stand, ist der damit verbundene Sauerstoffmangel
die Ursache des Absterbens. Auch reagieren bestimmte Pflanzenarten sehr
empfindlich auf Staunässe, die in vielen Gärten aufgrund der Bodenbeschaffenheit
und des immer noch hoch anstehenden Grundwassers vorhanden ist. Deshalb ist es
von Vorteil, den Gartenboden in regelmäßigen Abständen, etwa alle 2-3 Wochen
5 - 10 cm tief umzugraben, um für ausreichende Luftzufuhr zu sorgen. Dies
beseitigt auch den üblen Geruch, der durch Fäulnisprozesse entsteht, die
wiederum ganz natürliche Vorgänge sind.
Dort wo deutliche Ölspuren, besonders am Geruch erkennbar sind, kann beim
Amt für Umwelt- und Naturschutz, Tel. 204-1883, eine Untersuchung des Bodens
beantragt werden. Ansonsten bestehen auch gegen den Anbau von Obst und Gemüse
im kommenden Frühjahr keine Bedenken.

Veröffentlicht am 27. September 2002
durch die Pressestelle der Stadtverwaltung Dessau
pressestelle@dessau.de
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