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Unsere Stadt ist noch weit von Normalität entfernt


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OB-Kolumne
Liebe Dessauerinnen,
liebe Dessauer
das sehr knappe Wahlergebnis zur Bundestagswahl hat uns eine spannende
Wahlnacht vom 22. zum 23. September beschert. Erst nach Mitternacht war
dann klar, dass es eine hauchdünne Mehrheit für die Regierungskoalition
gibt. Das ist schade, denn wenn man das "Schiff" Bundesrepublik wieder flott
kriegen will, dann braucht man nicht nur gute Ideen, sondern auch breite
Mehrheiten. Schade ist auch, dass die Bundesrepublik zurzeit offensichtlich
keine Politiker hat, die diese Notwendigkeit erkennen und dazu fähig sind,
sich gemeinsam dieser Aufgabe zu stellen. So bleibt zu hoffen, dass die
Politik trotzdem Konzepte findet gegen die Arbeitslosigkeit und gegen die
Abwanderung aus den Neuen Bundesländern sowie für eine gerechtere
Finanzverteilung und den notwendigen Schuldenabbau, dem wohl dringendsten
Problem der nächsten Zeit. Und ich hoffe, dass gute Konzepte - egal
ob von der Regierung oder der Opposition - trotz der knappen Regierungsmehrheit
eine breite Mehrheit im Parlament finden. Eine solide, ehrliche Politik und
eine kontinuierliche Oppositionsarbeit sind die besten und preiswertesten
Wahlkampfrezepte, die sich spätestens nach vier Jahren auszahlen werden.
Liebe Dessauerinnen und Dessauer, auch mehr als zwei Wochen nach Aufhebung
des Katastrophenalarmes in der Stadt Dessau sind wir von der Normalität
noch sehr weit entfernt. Immer noch entkernen Walderseer Bürger ihre Häuser,
weil sie nach und nach weitere Schäden entdecken müssen. Klar ist zudem,
dass die angekündigten Finanzhilfen von Bund und Land bisher bei weitem nicht
ausreichen, um die Schadensbeseitigung zu finanzieren. Wie viel Spendenmittel
den karitativen Organisationen zur Verfügung stehen, weiß die Stadtverwaltung
nicht. Ich kann nur feststellen, dass die auf dem Spendenkonto der Stadt Dessau
angesammelten 1.230.000 Euro (davon rund 298.000 Euro zweckgebundene Direktspenden),
das Problem auch nicht abschließend lösen werden. Die Summe wird noch um weitere
150.000 Euro von der Stadt Ludwigshafen und 750.000 Euro von BASF aufgestockt.
Auch andere Kommunen und Landkreise sammeln derzeit noch.
Um einen Ausgleich unter allen Betroffenen herstellen zu können, wird eine
Kommission aus Stadträten unter der Federführung des Sozialdezernenten gebildet.
Schon jetzt möchte ich aber allen Spendern meinen herzlichen Dank zum Ausdruck
bringen. Auf Grund der dargestellten Situation ist es aber auch weiterhin nötig,
mit den Opfern Solidarität zu zeigen, und wenn wir uns vorstellen, dass den
meisten von uns Vergleichbares erspart geblieben ist, dann sollte es uns gelingen,
weiterhin Solidarität mit den Walderseern zu üben. Geldspenden sind dabei
am hilfreichsten.
Ihr
Hans-Georg Otto
Spendenkonto Hochwasser
bei der Stadtsparkasse Dessau:
Kontonummer: 3000 30 48
Bankleitzahl: 800 535 72
Verwendungszweck: Spende Hochwasser Dessau

Veröffentlicht am 27. September 2002
durch die Pressestelle der Stadtverwaltung Dessau
pressestelle@dessau.de
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